zettbe: das magazin zum jazzfest bonn 2026

Fr 24.4. im Pantheon: Yumi Ito Jazz ist echt, weil … er im Moment entsteht. Eine Sache im Jazz, die keine KI ersetzen kann: Improvisation, Spontaneität und ehrliche Emotionen. Ein Erlebnis, das dich zum Jazz gebracht hat: Ella Fitzgerald und Louis Armstrong aus der CD-Sammlung meiner Eltern. Diese Musik begleitet mich bis heute und war der Grund, warum ich Jazz studiert habe. Hast du ein persönliches Ritual vor Konzerten? Zuerst mache ich mein stimmliches Warm-up – und kurz bevor es auf die Bühne geht: Lippenstift auftragen. Eine Sache, die dich zu deinem aktuellen Album inspiriert hat: Die Fantasie, wie das Leben auf einer einsamen Insel aussehen könnte. 22 23 So 3.5. im Pantheon: Wolfgang Muthspiel Jazz ist echt, weil … er nur gut wird, wenn man im Moment agiert und das Vorbereitete verlässt. Eine Sache im Jazz, die keine KI ersetzen kann: Die Interaktion zwischen den Musiker*innen. Sie ist der Kern der Musik und lässt sich nicht künstlich erzeugen. Ein Erlebnis, das dich zum Jazz gebracht hat: Das Improvisieren als Kind – lange bevor ich wusste, was Jazz ist. Hast du ein persönliches Ritual vor Konzerten? Einspielen in einem warmen Raum. Dann eine Strecke gehen und das Ideal meiner Spielhaltung abrufen. Eine Sache, die dich zu deinem aktuellen Album inspiriert hat: Die Erinnerung an meine Erfahrung im Streichquartett als Kind. Dein erstes Jazz-Album: Ein frühes und wichtiges war Kenny Wheeler: Gnu High. Fr 24.4. im Pantheon: Donny McCaslin Jazz ist echt, weil … er die Kunst der Kommunikation ist, des Zusammenspiels und des Unerwarteten. Eine Sache im Jazz, die keine KI ersetzen kann: Die Menschlichkeit des Geschichtenerzählens. Ein Erlebnis, das dich zum Jazz gebracht hat: Die Musik meines Vaters zu erleben, als ich ein Kind war. Einmal pro Woche saß ich stundenlang auf einem Stuhl direkt auf der Bühne und hörte seiner Band Warmth beim Spielen zu. Hast du ein persönliches Ritual vor Konzerten? Im Idealfall mache ich vor dem Auftritt Dehnübungen und meditiere kurz. Eine Sache, die dich zu deinem aktuellen Album inspiriert hat: Neil Youngs Album Le Noise. Dein erstes Jazz-Album: Ein Charlie-Parker-Livealbum aus Schweden. Den Titel weiß ich nicht mehr genau – ich glaube, es war ein Bootleg. So 3.5. im Pantheon: Kadri Voorand Jazz ist echt, weil … man wie in einem Gespräch nie vorhersagen kann, wie das Gegenüber reagiert. Wir improvisieren und antworten im Moment. Es ist die Magie, im Schöpferischen präsent zu sein. Eine Sache im Jazz, die keine KI ersetzen kann: Verbindung, Liebe und der Zugang zu einer inneren Quelle – zu dem, was tief in uns ist: der Seele. Ein Erlebnis, das dich zum Jazz gebracht hat: Als Kind habe ich zu archaischen Runenliedern und alten Tänzen aus Estland gesungen und improvisiert. So verband ich für mich die ältesten Geschichten mit den Gefühlen und Erzählungen von heute. Hast du ein persönliches Ritual vor Konzerten? Manchmal nehme ich mir einen Moment, um mich bewusst mit meinen Gedanken und Gefühlen zu verbinden – und mich dafür zu entscheiden, an Magie zu glauben. Eine Sache, die dich zu deinem aktuellen Album inspiriert hat: Wahre Geschichten aus dem Leben und die Idee, dass alle Gefühle schön sind. Dein erstes Jazz-Album: Charlie Haden & Pat Metheny: Beyond the Missouri Sky. Improvisation gehört dazu Über die Bar selbst lassen sich ebenfalls Geschichten erzählen. „In den oberen fünf Ablagen stehen Flaschen mit Fantasie-Etiketten und Farbstoffen, die einen Reflex erzeugen durch das Licht, das von hinten kommt“, erklärt Harald. „Vielen fällt beim Anblick der Bar die Kinnlade runter. Dann wird das Handy gezückt.“ Zweite Besonderheit: Auf der Karte stehen Klassiker, doch Mixer Andy bedient auch Sonderwünsche. „Sage ihm einfach, wie du dich fühlst, und Andy mixt dir was.“ Auch das ist Jazz. „Du musst, wie beim Jazz, offen sein, um improvisieren zu können, alles aufnehmen, um daraus etwas Neues zu machen.“ Harald Kirsch zieht Vergleiche zur Entstehungsgeschichte des Beueler Hauses. „Ja, diese Einrichtung ist improvisiert. Ursprünglich sollten wir hier komplett umbauen. Haben wir nicht.“ Man hätte durch Spielausfall keine Einnahmen generieren können. Also bezog man die Halle ohne große Renovierung. „Das neue Pantheon ist in zwei Monaten entstanden, die Bühne, die Theke, die Bar. Alles improvisiert. Das erzeugt eine Atmosphäre, die gut zum Jazz passt.“ ❚ Heinz Dietl arbeitet als Journalist in Bonn zu den Themen Kultur, Freizeit und Reise. Er hat sich früh auch für Jazz interessiert, regelmäßig über die Bonner Jazz-Szene berichtet – und bei den Jazztagen in Berlin den großartigen Miles Davis gesehen.

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