31 32 sparkasse-koelnbonn.de/engagement Als Kundin und Kunde der Sparkasse KölnBonn machen Sie Köln und Bonn lebenswerter. Denn ein Teil unserer Gewinne fließt zurück in die Region – und machte im Jahr 2024 für über 3.400 gemeinnützige Projekte und Initiativen einen Unterschied. 2024 haben wir gemeinnützige Projekte gefördert. 3.400 zettbe: Esperanza, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst. Wir freuen uns sehr, dass du 2026 mit deinem Trio zum Jazzfest Bonn kommst. Lass uns damit beginnen. In den vergangenen Jahren hast du häufig in großen Formaten gearbeitet. Was hat dich in diesem Moment zurück zur Intimität eines Trios geführt? Esperanza Spalding: Ich liebe es, mit diesen Musikern zu spielen, in jedem Kontext. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Musik aus uns dreien herauskommt. Die Tiefe des Dialogs und die blitzartige Reaktion, die wir über die Jahre entwickelt haben, sind für mich sehr heilsam. Das macht mir große Freude, und ich halte es für etwas ganz Besonderes, das man dem Publikum anbieten kann. Die Trio-Tour ist für mich auch eine Art Reinigung, bevor ich mich meinem nächsten großen Projekt zuwende: einer intensiven Auseinandersetzung mit Tanz. Ich habe bemerkt, dass die Sprache, die in der Begegnung von Musik und Tanz entsteht, für viele Menschen noch ungewohnt ist. Dabei verdient genau diese Verbindung mehr Raum. Tanz und Zuhören Prägt die Begegnung mit dem Tanz bereits das Trio, mit dem du nach Bonn kommst? Sehr sogar. Wir alle wurden durch die Arbeit mit Tänzer*innen verändert. Es war fast wie ein Erweckungserlebnis. Diese Musik, die wir lieben, hatte immer einen gleichmäßigen Puls. Gerade Achtel, Swing, welches Feeling auch immer: Es muss eine klare rhythmische Identität geben. Das hat seinen Ursprung im Tanz. Aber als meine Generation aufwuchs, war Tanz kein aktiver Bestandteil mehr davon, wie wir diese Musik lernten oder erlebten. Als wir dann endlich mit Tänzer*innen spielten, mit reagierenden Körpern, begann etwas in uns zu leuchten. Es zeigte uns den Sinn dessen, was wir unser ganzes Leben lang geübt hatten. Wenn wir heute ohne Tänzer spielen, ist es fast so, als fehle etwas. Aber das intensiviert unsere Beziehung zum Publikum, denn wir suchen beim Spielen nach diesem äußeren Körper, nach dem Element außerhalb der Band, das mit uns in Beziehung treten will. Musikalische Partnerschaft Was schätzt du besonders an deinen Trio-Partnern Matthew Stevens und Eric Doob? Wir haben uns im College kennengelernt, und das ist wichtig. Ein großer Teil davon, Musiker*in zu sein, besteht darin, seinen Stamm zu finden, Menschen, mit denen man Kultur teilen kann: eine Beziehungskultur, eine spirituelle Kultur, eine Freundeskultur. Mit Eric und Matt ist das da. Wir haben früh resoniert und konnten innerhalb der künstlerischen Welten der anderen gedeihen. Bei Matt habe ich miterlebt, wie sich seine Musikalität stetig weiterentwickelt. Er findet immer neue Klänge, neue Farben, neue Ausdrucksweisen. Er war an fast all meinen Alben beteiligt. Jedes Mal, wenn wir aufnehmen, bin ich beeindruckt davon, wie vollständig er er selbst sein kann, in jeder Umgebung, ohne Zögern. Und Eric ist genauso. Beide sind so vielseitig und offen. Ich wusste einfach, dass sie mit mir überallhin in der Musik mitgehen können. Technologie und Kontinuität Die Art, wie wir Musik erleben, hat sich durch Streaming, digitale Plattformen und nun auch KI stark verändert. Hat das beeinflusst, wie du über das Musikmachen nachdenkst? (Lange Pause.) Irgendwann in der Geschichte der Menschheit hat jemand ein Boot erfunden. Und Menschen haben schon Musik gemacht, bevor es Boote gab. Ich stelle mir vor, dass die Menschen mit dieser Entwicklung namens Boot von einer isolierten Insel zur anderen reisen konnten und dort erstmals Musik hörten, die anders gemacht wurde. Das hat mit Sicherheit verändert, wie Menschen Musik erlebt haben. Was ich meine, ist: Musik war schon immer von technologischem Wandel betroffen. Dieser Prozess wird nicht aufhören. Er ist unvermeidlich und unendlich. Meine langweilige Antwort lautet daher: Das ist es, was es bedeutet, als Mensch Musik zu machen. Wir werden durch technische Innovationen verändert, und diese Innovationen werden durch unsere erfinderischen Antworten verändert. Das ist, wie mit zwei Plattenspielern zu mixen. Auch, dass man in seinem heiligen Handwerk ausgebeutet wird, ist nichts Neues. Von technologischen Umbrüchen bis ins Mark erschüttert zu werden, ist nichts Neues. Und einen eigenen Weg zu finden, um als Individuum, Gemeinschaft, Band oder Generation darauf zu reagieren und sich zu schützen, ist ebenfalls nichts Neues. Mit meiner Antwort möchte ich etwas von der Energie rausnehmen, die wir darauf verwenden, zu katastrophisieren. Stattdessen sage ich: Fass dir ein Herz. Mach weiter. Angst ist wohl nie ein guter Ratgeber. Hast du ein Beispiel, um diesen Gedanken festzumachen? Ja. Ich muss gerade an Freundinnen von mir denken, die Hebammen sind. Einer der ältesten Berufe der Welt. Wir haben heute Ultraschall, Periduralanästhesie und noch viele andere ➜ „Das Trio hat etwas ganz Besonderes, das man dem Publikum anbieten kann.“ „Technologie hat uns schon immer verändert. Und unsere erfinderischen Antworten verändern die Technologie.“ sounds natural
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